Info-Graphik: Geschichte Offener Lernmaterialien

Auf Course Hero wurde kürzlich eine englischsprachige Infographik zur Geschichte von Offenen Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources) veröffentlicht. Ironie aus deutscher Sicht ist dabei, welchen Ausgangspunkt die Macher gewählt haben: die Veröffentlichung einer Video-Serie an der deutschen Uni Tübingen im Januar 1999. Damals gab es allerdings noch keine Creative-Commons-Lizenzen und auch die heute am Tübinger Internet Multimedia Server verfügbaren Vorlesungen sind nicht frei lizenziert, weshalb sie zwar gratis, aber eben nicht frei im Sinne von digitaler Lehrmittelfreiheit sind (für mehr zur Lizenzfrage siehe die FAQs zu digitaler Lehrmittelfreiheit).

Das drei Jahre später gestartete OpenCourseware-Programm am Massachusetts Institute of Technology (MIT), dessen Inhalte unter einer zwar restriktiven aber immerhin offenen Creative-Commons-Lizenz stehen, darf daher wohl als die eigentliche Geburtsstunde der Open-Education-Bewegung gelten. Die MIT-Initiative war es schließlich auch, die zur Gründung des Open Courseware Consortium geführt hat, einem weltweiten Verband von Universitäten, die sich offenem Zugang zu ihren Lehr- und Lerninhalten verschrieben haben. Deutsche Universitäten finden sich bislang übrigens nicht unter dessen Mitgliedern.

Über Leonhard Dobusch

Leonhard Dobusch ist Universitätsprofessor für BWL mit Schwerpunkt Organisation am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck. Er twittert als @leonidobusch, bloggt u.a. bei netzpolitik.org, privat als Leonido sowie gemeinsam mit anderen am englischsprachigen Forschungsblog governance across borders.

02. Juni 2012 von Leonhard Dobusch
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