WIR WOLLEN DIGITALE LEHRMITTELFREIHEIT!

Die anstehende Digitalisierung von Lehr- und Lernunterlagen erfordert auch eine Neukonzeption von Lehrmittelfreiheit. Freiheit digitaler Lehrmittel bedeutet nicht nur kostenlosen Zugang, sondern geht weiter: erst wenn freie Lizenzen und freie Formate verwendet werden, können Lehrende Unterlagen austauschen, verbessern und weitergeben sowie Lernende verschiedene Unterlagen unkompliziert vergleichen oder kombinieren. Deren konsequente Verwendung kann wiederum zu mehr Wettbewerb und besserer Qualität im Bereich der Lehr- und Lernunterlagen führen. Voraussetzung dafür ist aber eine Reform der Finanzierung und Auftragsvergabe im Bereich von Lehrmitteln.

D64 setzt sich für eine Debatte über die Chancen und Herausforderungen einer Neuordnung der Bereitstellung von Lehr- und Lernunterlagen ein, die das Potential digitaler Technologien für offeneren und freien Zugang ausschöpfen. Mit einer Kampagne für Digitale Lehrmittelfreiheit soll diese Debatte in Deutschland initiiert werden.

Einen fundierten Einstieg in die Thematik liefert ein White Paper mit dem Titel „Digitale Lehrmittelfreiheit: Mehr als digitale Schulbücher„.

22. Mai 2012 von oerd64
Kategorien: Allgemein | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Die Debatte ist nötig. Tatsächlich! Und kostenloser Zugang ist ehrenwert!
    Was ich mich allerdings frage ist: Wenn der Zugang kostenlos ist, wer übernimmt die Kosten der Erstellung. Nur weil Lehrmittel zunehmend digital verfügbar sind, muss sie ja doch jemand entwerfen, schreiben etc.. Jeder der mal an einem Standardlehrbuch mitgearbeitet hat, dass sich an Rahmenlehrplänen orientieren muss, wird mir da beipflichten.

    Genau aus diesem Grund verstehe ich folgenden Satz nicht: „Deren konsequente Verwendung kann wiederum zu mehr Wettbewerb und besserer Qualität im Bereich der Lehr- und Lernunterlagen führen. “

    Wenn der Staat zahlt, gibt es nur scheinbar Konkurrenz. Wenn keiner Zahlt, überhaupt keine.

    Wie seht ihr das?

  2. Ah.. sorry.. hatte das White Paper nicht auf Anhieb gefunden..

  3. Sehr gute Initiative, im Bereich der OER scheint immer mehr zu passieren und das ist gut und wichtig, bspw http://www.cc-your-edu.de/ , http://l3t.eu/zukunft/ oder auf dem letzten EduCamp in Köln.

    Vor allem, da die Fallstricke noch sehr eng gespannt sind, wie man an Euerm Bild im Blogeintrag sieht: Das OER-Logo der UNESCO steht unter CC-BY-ND-Lizenz. Das heißt, Ihr müsstet wenigstens den Herrn Jonathas Mello erwähnen und die Einbindung in die Tafel ist streng genommen schon eine Veränderung. Ich denke aber, dass hier die UNESCO den eigentlichen Fehler begangen hat, indem sie diese Lizenz ausgewählt hat.

    Genau zur Finanzierung hatte ich mir nach dem #ecco12 auch Gedanken gemacht http://anjalorenz.wordpress.com/2012/03/20/open-heist-nicht-kostenlos-uberlegungen-nach-dem-ecco12/ . Ich denke, es wäre kein Problem, wenn wir die Mittel, die derzeit für Kopierabgaben mit Lehrmittelverlagen abgeschlossen werden, in die Erstellung von OER stecken. Oder wenn Deutschland die Verlage mit der Erstellung der Lehrmittel beauftragt, die dann aber als OERs verbreiten darf.

    Nächste Woche ist #L3TWork und ich freue mich schon über Diskussionen hierzu. Ist einer von D64 auch dabei?

    • Danke für die Hinweise – das mit dem neuen OER-Logo war mir gar nicht bewusst – und finde ich auch absurd, dass die UNESCO eine ND-Lizenz dafür gewählt hat.

      Auf die L3TWork werde ich es leider aus beruflichen Gründen nicht schaffen, aber mal unter den Mitgliedern darauf hinweisen und fragen, ob wer dort ist.

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